Facebook will vor allem Eines: DEINE DATEN. Ach, wie wehren wir uns, wenn auch nur eine Behörde oder staatlicher Dienst etwas von uns wissen will? Nicht so bei Facebook! Aktivitäten und Interessen sollen automatisch ins Profil einfließen und damit die Datenbanken des Konzerns weiter füttern. Die Zukunft sieht dementsprechend düster aus. Mein Post auf Facebook: “Hab mir ‘nen neuen Fernseher gekauft, yeah jetzt gibts Heute Journal in 3D”!
0,3 Sekunden später postet die GEZ: “Hallo Axel, wir freuen uns über Ihren neuen Fernseher. Aber leider können wir unter Ihrer Adresse keine GEZ Gebühreneingänge feststellen. Deshalb erhalten Sie in den nächsten Tagen eine Rechnung und Strafgebühren in Höhe von …. rückwirkend vom …, da Sie offensichtlich auch vorher schon einen Fernseher besessen haben”.
So ungefähr funktioniert Open Graph, der Mechanismus, der das Teilen ohne Zutun des Nutzers möglich macht. Aus dem früheren Modell des aktiven Teilens ist nun ein passives Modell geworden. Die Frage ist, ob die Neuerungen überhaupt noch mit jenen Facebook-Richtlinien vereinbar sind, denen du als Nutzer einst zustimmtest, um deine Daten mit dem Unternehmen zu teilen. (Ja, zuerst erhält Facebook deine Daten und dann dein Freund!)
Sogar Nutzer des als frictionless sharing bezeichneten Dienstes gehen inzwischen schon auf die Barrikaden, etwa das Musik-Streaming-Portal Spotify. Wenn man seine Spotify- und Facebook-Konten verknüpfte, sollte jeder Song während des Hörens direkt im neuen Facebook-Profil sichtbar sein. Spotify hat rasch auf die Kritik seiner User reagiert und einen Aus-Knopf fürs nahtlose Teilen eingebaut.
Das könnte vielleicht Vorbild für andere Unternehmen sein, die sich auf Facebook tummeln und dabei die Sorgen von Nutzern und Datenschützern bewusst oder unbewusst missachten.

