Microsoft hat seit letzten Mittwoch eine Vorab-Version von Windows 8 für alle interessierten Nutzer am Start. Kurz gesagt, ein PC-Betriebssystem, um Funktionen für Tablets und Touchbedienung erweitert. Aber was ich schon bei der Developer Preview angemerkt habe, es steht nach meinem Eindruck noch eine Menge Arbeit bevor um Windows 8 zum Ende des Jahres erfolgreich auf dem Markt zu bringen. Ganz klar: Windows 8 ist schon jetzt beeindruckend schnell!
Aber im Einzelnen:
Windows 8 ist im weitesten Sinne der Versuch, Windows 7 und Windows Phone zusammen zu führen. So klappt es auch auf Tablets. Aber ist das sinnvoll? Startet man das Betriebssystem, wird als Startseite eine Oberfläche mit den aus Windows Phone bekannten Kacheln angezeigt. Hier erhält man Zugriff auf die wichtigsten Programme. Die Kacheln lassen sich nach Belieben ordnen und in kleine Quadrate oder etwas größere Rechtecke anzeigen.
Die übliche Desktop Ansicht wird über eine Kachel (bei mir links oben auf dem Homescreen) aufgerufen. Auf dem Desktop fehlt dann der Start-Button, über den man auf alle Programme und weitere Funktionen zugreifen konnte. Die Metro Oberfläche ist ja jetzt zentraler Start Bereich. Auf Programme und Einstellungen gelangt man nun über sogenannte Hotspots, die zum Einen auf der rechten Displayseite jeweils oben und unten zu finden sind. Zwei weitere dieser Hotspots findet man zum Anderen links oben und unten. Über den oberen gelangt der Nutzer auf die letzte Anwendung zurück, der untere Hotspot führt standardmäßig zur Kachelstartseite, ist also der “Start” Button. Die Bedienung dieser Hotspots mit der Maus ist ein Graus, reimt sich und ist ehrlich. Hier zeigt sich die Auslegung auf die Touch Bedienung, flutscht sicherlich besser. Aber …? Will ich wirklich auf einem Monitor oder meinem Laptop diese schmierigen Fingerabdrücke sehen oder soll das Büro zur einseitigen Muckibude werden, weil nur die Armmuskulatur gestärkt wird?
Eine Übersicht der installierten Apps (Programme), die nicht auf der Startseite angepinnt sind, lässt sich übrigens per Rechtsklick aufrufen – unterhalb der Kacheln erscheint eine Leiste mit dem Titel „Alle Apps“. Es gibt aber auch eine globale Suche, die durch einfaches Drauflostippen auf dem Homescreen gestartet wird. Hier sollte man natürlich wissen, wie ein Programm oder die App heißt. Die Wiedergeburt der alten Kommandozeile oder was?
Bedienung und Übersichtlichkeit sind aber, auch wenn der geneigte Windows-Nutzer sich ein wenig zurechtfinden und mit der Bedienung vertraut machen muss, auf den ersten Eindruck sehr gut. Es läuft schon jetzt in der Preview alles sehr stabil und mit einer beachtlichen Geschwindigkeit. Startet man eine Anwendung, öffnet sich diese rasant in einer fließenden Animation.
Die neue Metro-UI ist zwar ungewohnt, aber als Standard-Oberfläche was Neis und eine erfrischende Alternative zum altbackenen herkömmlichen Desktop. Wenn nur nicht diese Hotspots wären. Vielleicht gibt es ja noch bis zum fertigen Windows 8 Ende des Jahres eine bessere Lösung. Vielleicht kleine Kacheln in den alten Logo Farben, die mit der Maus besser zu treffen sind.

